Pressemitteilung
Fallstudie
Interview: Frau Marczynski und Frau Höh der Parfümerie Douglas Deutschland GmbH zum "Führungstriathlon"
Köln, den 29.03.2011
Interview mit Frau Marczynski und Frau Höh
Der Führungstriathlon ist ein dreitägiges Führungsevent mit verschieden zusammengestellten Themen der Führung. Diese Themen werden in wechselnden Gruppen diskutiert, erarbeitet, trainiert und erprobt. Die Veranstaltung ist für Gruppengrößen mit ca. 30 Teilnehmern konzipiert und betrifft alle Führungsebenen.
Das Interview wurde nach einigen Monaten der Umsetzung in die Praxis mit der Fililaleiterin Frau Marczynski und deren Stellvertretung, Frau Höh, aus der Douglasfiliale in Bochum geführt. Das Interview führte Eva Johnen. Verantworklich für Initiative und Organisation des Führungstriathlons war Frau Gladeck-Tacke (Personalentwicklung Parfümerie Douglas Deutschland GmbH, Bereich Nord-West), Konzeption und Durchführung des Führungstriathlons erfolgte durch Eva Johnen (ipp - in puncto personal, Köln) und Roman Hohaus (PAWLIK Sales Consultants AG, Hamburg).
Frau Johnen: Frau Marczynski und Frau Höh, Sie haben den Start des Führungstriathlons in 2010 mitgemacht und leiten zusammen eine Douglasfiliale. Sie werden ja schon öfter Führungsseminare erlebt haben. Was war an dem "Führungstriathlon" anders als an anderen Seminaren?
Frau Marczynski: Der Führungstriathlon war absolut interaktiv! Man musste von Anfang an selber mitmachen, auftreten, zu den Themen etwas sagen und sich in ungewohnte Situationen begeben. Auch in gewisser Weise etwas von sich preisgeben; in den Übungen der Führung oder in den intensiven Feedbacks.
Frau Höh: Ja, ich finde, es waren sehr direkte Übungen, vor denen man sich im ersten Moment etwas erschrecken konnte. Dann habe ich mir aber gesagt: "Besser hier üben als direkt vor dem eigenen Team etwas falschmachen". Erste Fehler konnten so direkt beseitigt werden, und vieles lernt man auch durch das Zugucken bei den anderen. Gut hat mir auch gefallen, dass wir zusammen mit den Bereichsleitern an Bord waren und alle sich eingebracht haben. Es gab keine Berieselung, jeder war gefordert.
Frau Johnen: Frau Marczynski und Frau Höh, durch den Führungstriahtlon wurde eine Fülle von Führungsthemen und Führungsinstrumenten vermittelt. Wie haben Sie für sich eine gemeinsame oder eher sogar unterschiedliche Umsetzungsstrategie entwickeln können?
Frau Marczynski: Zunächst haben wir noch gar nicht zusammen gearbeitet, jeder hat in seiner Filiale an der Umsetzung mitgewirkt. Erst ab Oktober war es dann so weit, und wir haben es als Neustart zum neuen Geschäftsjahr genutzt, nun mit dem Führungstriathlon richtig durch zu starten. Das erste, was wir umgesetzt haben, fast automatisch, war die Arbeit an der Feedbackkultur. Wir haben damit sofort in unserem Führungsduo begonnen, dann aktiv auch im Team Feedback gegeben. Das hieß vor allem, jetzt bei den einzelnen Mitarbeitern genauer hinzuschauen als zuvor.
Frau Höh: Auch das DISG-Modell haben wir genutzt und uns gefragt, ob jede den richtigen Einsatzplatz hat oder ob wir die einzelnen richtig führen. Das hat Veränderungen ausgelöst und unsere Führung individualisiert.
Frau Marczysnki: Das was wir in der Führung aber vor allem verändert haben, ist unsere Führungsrolle. Wir agieren jetzt verstärkt als Spielemacherinnen und haben die Fäden in der Hand. Im Jahr davor habe ich noch vieles selber mitgemacht; war in zu viel zu sehr involviert und dachte, für Führungsaufgaben sei eigentlich keine Zeit. Jetzt sehe ich genauer hin, organisiere, steuere stärker die Abläufe, delegiere mehr und bin ganz bewusst auf der Fläche, um die Leistungen meiner Mitarbeiter zu sehen und Feedback zu geben. Die Mitarbeiter fühlen sich besser einbezogen, abgeholt und motivierter.
Frau Johnen: Was waren oder sind für Sie beide die wichtigsten Themen und Instrumente für Ihre Führungspraxis?
Frau Marczynski: Das kann ich so gar nicht sagen, weil wir wirklich vieles einsetzen, so wie wir es brauchen. Und das, was ich mir im Triathlon besonders gut merken konnte, damit habe ich in der Praxis angefangen. Dazu gehört: "Vorne spielt die Musik! Wir müssen präsent sein!"
Frau Höh: Für mich habe ich gelernt, meine Arbeit gut zu strukturieren, das liegt mir auch. Und so gehe ich jetzt gezielt mit Mitarbeiterförderung um, indem ich mich auf einen Mitarbeiter konzentriere. Manchmal spielen wir im Führungsduo entsprechende Gespräche vorher noch einmal zusammen kurz durch, bevor es Life wird.
Frau Johnen: Der Führungstriathlon war eine Veranstaltung für FilialleiterInnen und deren Stellvertretungen, Sie haben also beide am Triathlon teilgenommen. Inwiefern hat der Führungstriathlon Ihre direkte Zusammenarbeit beeinflusst und was ist dadurch ander geworden?
Frau Marczynski: Wir gehen geregelt in einen Tag, das "wer macht was" ist geklärt und wird in einer täglichen 15 Minuten Besprechung festgelegt. Unsere Personalbesprechungen machen wir mit POWER-Talk. Es gibt immer drei Maßnahmen, die jeden Tag gelten und verbindlich sind. Auch in der Einhaltung unserer Spielregeln sind wir konsequenter geworden.
Frau Höh: Wir geben uns gegenseitig regelmäßig Feedback, inklusive Selbsterkenntnis, und achten darauf, dass wir positiv in den Tag gehen. Uns ist auch wichtig, dass wir beide kritikfähig bleiben und leben das hoffentlich auch den anderen so offen vor. Wir sprechen die gleiche Sprache, nutzen den gleichen roten Faden, wir wollen uns nicht auseinander dividieren lassne, wie bei Eltern. Jede steht hinter der Entscheidung der anderen.
Frau Johnen: Am Führungstriathlon haben ja auch die Vorgesetzten, also Ihre Bereichsleitung, Ihre Personalentwicklerin und hin und wieder sogar die Geschäftsleitung teilgenommen. Wie war das für Sie, eine Trainingsveranstaltung zusammen mit Vorgesetzten zu besuchen? Und war dadurch, zum Beispiel für Sie und Ihre Bereichsleitung, die Zeit danach in der Zusammenarbeit wirkungsvoller oder schwieriger?
Frau Marczysnki: Ich finde es gut und richtig, dass unsere Bereichsleitungen auch teilgenommen haben. Sie wissen jetzt über die Instrumente und Themen Bescheid. Dadurch können sie unsere Führungsarbeit besser einschätzen und uns gezielter unterstützen. Unsere Bereichsleitung bleibt auch hartnäckig dran und thematisiert den Triathlon auf jeder Konferenz. Dadurch gibt es immer eine Wiederbelebung. Aber sie gibt auch Freiraum in der Umsetzung, über den wir uns austauschen.
Frau Höh: Es gibt auch durch die Zusammenarbeit im Triathlon eine andere Verbundenheit und höhere Wertschätzung der Rolle der Stellvertretung gegenüber. Jetzt spricht man schneller die gleiche Sprache, wenn es zum Beispiel um Ziele, Führungsdisziplinen oder Feedback geht.
Frau Johnen: Zu guter Letzt wollen wir natürlich wissen, ob sich die Maßnahme in Erfolg und Euros ausgezahlt hat. Gibt es Kennziffern, wie Umsatzentwicklung oder Softskills, wie Teamentwicklung, die sich danach merklich verändert haben und in denen Sie einen konkreten Zusammenhang zum Führungstriathlon sehen?
Frau Marczynski: Wir haben, in den ersten fünf Monaten nach dem Triathlon, tatsächlich ein deutliches Umsatzplus zu vermerken. Wir sehen, dass der Triathlon sich auszahlt, an der persönlichen Entwicklung pro Kopf im Anteil der verkauften Eigenmarken. Unser Team war schon länger gut und aktiv, aber wir finden es jetzt noch lösungsorientierter und motivierter als zuvor. Sie haben selber unsere Filiale zu "ihrem Baby" erklärt und kümmern sich mit engagierten und herausfordernden Zielen. Aus dem Triathlon habe ich mitgenommen: "Beziehung schlägt Sache!" Und das stimmt. Erst menschlich und professionell führen, dann funktioniert das Verkaufen an unsere Kunden mit Herz, und wir ereichen auch unsere Ziele.
Frau Höh: Ich war das erste Mal hier eine Woche auf mich allein gestellt und hatte das ganze Vertrauen meiner Filialleiterin. Mit dem Team habe ich €7000,- plus gemacht, da waren wir sehr stolz auf unsere Leistung; das habe ich dem Team auch gesagt und zusätzlich visualisiert, damit es jeder sehen kann. Jetzt wollen wir statt 30% Kundengewinnung, aus 1000 Besuchern 32% zu unseren Kunden machen. Dazu haben wir die entsprechenden Maßnahmen mit dem Team erarbeitet. Wir werden es schaffen.
Frau Johnen: Es wird in diesem Jahr eine Fortsetzung des Führungstrainings geben. Was sollte dieser zweite Teil unbedingt enthalen?
Frau Marczysnki: Weiterhin die Themen der Kommunikation. Da können wir noch Tiefgang und Übung brauchen. Übungen nahe am "Echtzustand" sind erforderlich, auch wenn Rollenspiele zunächst immer schwer fallen.
Frau Johnen: Frau Marczynski und Frau Höh, würden Sie anderen Führungskräften diesen Triathlon empfehlen - und falls ja, was sollten diese TeilnehmerInnen unbedingt beachten? - und falls nein, was sollte am Führungstriathlon verändert werden?
Frau Marczynski: Ja, unbedingt mitmachen und sich aktiv einbringen. Für uns ist es wichtig, unvoreingenommen daran zu gehen und sich nicht sträuben. Offen für Neues sein!
Frau Höh: Ich sehe es genauso, unbedingt den Triathlon nutzen, es ist ein modernes Vorgehen, das wir für unsere Arbeit brauchen.
Frau Johnen: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg in Ihrer Führungsarbeit und der weiteren Umsetzung des Triathlons!
Liebe Frau Marczynski und Frau Höh, wir bedanken uns vielmals für das Interview und wünschen Ihnen und Ihrem Team ein erfolgreiches 2011.
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